Ethik

Unsere Haltung

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz), aber auch aus innerer Überzeugung und unserer Verantwortung unseren Klient*innen gegenüber, weisen wir besonders darauf hin, dass bei keiner der aufgeführten Therapien der Eindruck erweckt wird, dass hier ein Heilungsversprechen unsererseits zugrunde liegt bzw. Linderung oder Verbesserung einer Erkrankung garantiert oder versprochen werden.

Wir sind Mitglieder in der

  • Association Nationale de Dramathérapie (AND), France
  • Deutschen Gesellschaft für Theatertherapie (DGfT e.V.)
  • Gesellschaft für Psychotraumatologie, Traumatherapie und Gewaltforschung (GPTG e.V.)
  • Deutschen Gesellschaft für Trauma & Dissoziation (DGTD e.V.)

Im Sinne unserer Sorgfaltspflicht sind wir in verschiedenen Organisationen und Netzwerken mit Kolleg*innen im ständigen Austausch. Wir nutzen diese Strukturen zur kontinuierlichen Fortbildung, zur Inter- und Supervision. Gleichzeitig engagieren wir uns in diesen Strukturen auch für die Stärkung der Rechte unserer Klient*innen auf eine sichere und fachlich qualitativ hochwertige psychotherapeutische Versorgung.

Um unseren Klient*innen einen sicheren Ort in unseren Angeboten zu garantieren, haben wir uns den Ethikrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Theatertherapie (pdf) angeschlossen.

Ethik-Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Theatertherapie (DGfT)


Prolog
Die ethischen Richtlinien beschreiben Leitlinien im
Sinne einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Mitglieder der DGfT. Sie beziehen sich auf jede Form
eigenverantwortlichen Handelns im therapeutischen, beraterischen, supervisorischen, berufspolitischen, wissenschaftlichen und publizistischen
Kontext sowie in der Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Sie dienen:
• der Förderung von Standards für das professionelle Verhalten von Drama- und Theatertherapeuten
• der Handlungsorientierung der Mitglieder
• dem Schutz der KlientInnen, SupervisandInnen
und WeiterbildungskandidatInnen vor unethischem und unprofessionellem Handeln
• als Grundlagen für die Klärung von Beschwerden
DGfT-Mitglieder sowie MitarbeiterInnen des ITT
stehen in der Verantwortung, die in diesen Ethikleitlinien beschriebenen Prinzipien zu beachten und
sie als Grundlage für die verantwortungsvolle Umsetzung in ihrer Praxis zu nutzen sowie ihr Handeln
kritisch zu reflektieren.

Grundhaltungen
Die Drama- und Theatertherapie ist eine handlungsorientierte, künstlerische Therapieform, die
eine Verbindung zwischen der ursprünglichen Heilfunktion des Theaters und den Verfahren anerkannter Psycho- und Sozialtherapien herstellt. Der
Therapieverlauf wird als kreativer Prozess gestaltet,
bei dem neue Zugänge zu vorhandenen Ressourcen gesucht werden und der gegenwartsbezogene
Aspekt im Vordergrund steht. Die vielfältigen
Methoden dieser künstlerischen Therapieform sind
spezifisch ausdifferenziert für fast alle psychischen
Störungen. Sie werden in allen psychosozialen
Feldern angewandt und haben sich insbesondere
bei sonst schwer erreichbaren Klienten und Problemfeldern bewährt.
Die Haltung von Drama- und TheatertherapeutInnen, BeraterInnen, LehrtherapeutInnen und SupervisorInnen ist gekennzeichnet durch Achtung, Respekt und Wertschätzung gegenüber einzelner
Personen, unabhängig von deren Alter, Geschlecht,
ethnischer Herkunft, Kultur, Status, sexueller Orientierung, Weltanschauung und Religion, sowie gegenüber Systemen. Drama-/Theatertherapeutinnen
machen sich die daraus resultierenden Unterschiede zwischen sich und ihren KlientInnen bzw.
WeiterbildungsteilnehmerInnen bewusst. Sie übernehmen die Verantwortung für eine vertrauensvolle,
geschützte und für die KlientInnen/WeiterbildungsteilnehmerInnen förderliche Beziehung.

Kompetenz und Verantwortung
Die drama-/theatertherapeutisch tätigen Mitglieder
der DGfT sowie LehrtherapeutInnen sind verpflichtet:
• die für ihre therapeutische Tätigkeit erforderliche Kompetenz in einer mindestens 3-jährigen
Ausbildung als Drama-/Theatertherapeutin bei
einer von der DGfT anerkannten Institution/
Hochschule erworben zu haben
• die eigene Haltung und Handlungskompetenz
einer ständigen selbstkritischen Prüfung zu unterziehen und durch regelmäßige Fortbildung
sowie Studium der einschlägigen Literatur zu
erweitern
• die Qualität des eigenen professionellen Handelns durch Intervision bzw. Supervision zu
sichern
• die Grenzen der eigenen Belastbarkeit rechtzeitig wahrzunehmen und Entlastungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen
• zu einem verantwortungsvollen Umgang mit
dem besonderen Vertrauensverhältnis zu den
KlientInnen bzw. zu WeiterbildungsteilnehmerInnen
• Beziehungen, die die professionelle Unabhängigkeit und Urteilsfähigkeit gegenüber
KlientInnen, SupervisantInnen und WeiterbildungsteilnehmerInnen einschränken zu vermeiden und dieses Abstinenzgebot für mindestens 6 Monate nach Beendigung der Zusammenarbeit einzuhalten
• den evtl. zur Therapie bzw. zur Ausbildung
gehörenden Körperkontakt ausschließlich zum
Wohl der KlientInnen bzw. WeiterbildungsteilnehmerInnwen und mit großer Sorgfalt einzusetzen
• das aus der professionellen Beziehung entstehende Abhängigkeitsverhältnis nicht zu missbrauchen – Missbrauch liegt vor, wenn z. B.
sexuelle, wirtschaftliche, soziale, spirituelle
Interessen befriedigt werden
• die körperlichen, persönlichen, kulturellen,
spirituellen, religiösen und politischen Grenzen
der KlienntInnen sowie WeiterbildungsteilnehmerInnen zu respektieren
• KlientInnen zu Beginn der Therapie über die
Methode, die Rahmenbedingungen (Zeit, Umfang, finanzieller Aufwand etc.), Möglichkeiten,
Grenzen und die therapeutische Schweigepflicht zu informieren
• Mitteilungen Ihrer KlientInnen entsprechend
den gesetzlichen Regelungen vertraulich zu
behandeln und Datenschutzbestimmungen einzuhalten
• diese Schweigepflicht auch im Zusammenhang
mit Supervisionen, Intervisionen, Weiterbildungen und Veröffentlichungen einzuhalten
• KlientInneninformationen nur mit deren ausdrücklicher Einwilligung (schriftlich) im Kontext
von Veröffentlichungen sowie Weiterbildungen
zu nutzen
• jede irreführende und unwahrhaftige Werbung
zu unterlassen
Zu den fachlichen Standards drama-/theatertherapeutischer Arbeit gehört, im jeweiligen Kontext
auch mit anderen Systemen und Fachleuten
zusammenzuarbeiten sowie deren Kompetenzen
und Ressourcen mit einzubeziehen.

Umgang mit den Ethik-Richtlinien durch die
DGfT und ihre Mitglieder
• Ein DGfT-Mitglied unterstützt die Einhaltung der
ethischen Richtlinien der DGfT, wie sie hier
formuliert sind durch sein Verhalten.
• Ein DGfT-Mitglied respektiert die Rechte der
DGfT, seiner Mitglieder, seiner MitarbeiterInnen
und des ITT sowie dessen MitarbeiterInnen.
• Ein DGfT-Mitglied setzt sich das gute gesellschaftliche und im therapeutischen Kontext
berufsspezifische Ansehen von DGfT und ITT
ein.
• Verstöße gegen die Ethikrichtlinien können
dem DGfT-Vorstand oder einem eigens benannten Ethikbeirat gemeldet werden.
• Der Vorstand bzw. der Ethik-Beirat der DGfT ist
verpflichtet, jede an ihn gerichtete Anfrage und
Beschwerde in gemeinsamer Beratung gewissenhaft zu bearbeiten. Die Informationen sind
vertraulich zu behandeln.
• Nach gründlicher Befragung aller Beteiligten
wird innerhalb einer angemessenen Frist eine
einvernehmliche Lösung angestrebt. Auf
Wunsch wird eine schriftliche Stellungnahme
erarbeitet.
• Wer gegen die Ethikrichtlinien verstößt, kann
von der DGfT ausgeschlossen werden. Über
einen Ausschluss entscheidet der Vorstand.

(Stand: Juni 2011)